Ist Alesis Andromeda A6 Synthesizer vintage? Gibt es heute Ersatz?
Der Alesis Andromeda war lange Zeit so etwas wie der ultimative Synthesizer mit analoger Klangerzeugung. Das liegt nicht nur an der Menge der sechzehn Stimmen und dem Aufwand hinter dem analogen Part, sondern auch an dem Multimode, den er hat. Etwas woran sich heutige Synthesizer Hersteller nur mit sehr viel Nachtreten erinnern. Sie machen es einfach nicht mehr. Vielleicht können sie es auch nicht mehr? Besonders bei analogen Synthesizern. Es folgt ein eher emotionaler Anekdotenbericht und Umgang im heutigen Alltag des leicht nerdigen Sounddesigns.
Alesis Andromeda A6
Es passierte viel, die sechzehn Stimmen wurden von anderen auch erreicht. Die MIDI-Multimode-Situation wurde niemals besser, eher viel schlechter, aber dafĂŒr es gibt heute Synthesizer mit zwei Filtern unterschiedlicher und analoger Bauweise wie ein einziges beim Andromeda. Es gibt sogar mehrere Synths mit mehr als drei LFOs und dennoch ist der Andromeda an so vielen Stellen anders, spezieller und vielschichtiger, als so viele analoge Andere. Der spannendste Synthesizer von Sequential ist sicher der Prophet 12 mit 4 LFOs und vier HĂŒllkurven. Warum allerdings die Pitch-Kurve im A6 quantisiert und damit stufig ist, kann bisher nicht jeder gut erklĂ€ren. Das ist fĂŒr Sync-Sounds und Ă€hnliches nicht super, weshalb man dann die Filter oder Amp-HĂŒllkurve nutzt, wo das alles besser lĂ€uft. Somit hat er auch Kanten, von denen ich im Verlauf auch noch weitere aufzeigen werde. Er war damals der einzige neben dem Jomox Sunsyn, der so new-schoolig war und anders. Man kann aber sagen, dass sie sehr unterschiedlich anders waren und sind.
Da ist allerdings auch viel DSP-Kraft im Spiel, denn alles auf der Oszillatorenseite ist eben nicht analog. Der A6 hat einen Coldfire Prozessor, denn auch er leistet seine Modulation digital, aber die analogen Elemente prĂ€gen seinen Sound. Man könnte also dann eher zum Moog One schauen, dem Trigon 6 und sich von Beiden ein Kind wĂŒnschen, so noch den SCI Pro 2 oder Pro 3 hinein werfen und hoffen, dass so etwas herauskommt wie der Andromeda, dessen A6 Bezeichnung von seinen Asics Chips herrĂŒhrt. Damals war Alesis der Erste, der eigene neue analoge Chips nach den vergriffenen Curtis Chips herstellte. Heute gibt es âneueâ Hersteller die CEM und SSM herstellen, alles Entwicklungen der spĂ€ten 1970er / frĂŒhen 1980er.
Besondere Technik und Steuerung im Andromeda A6
Er hat SchwĂ€chen, auch aus heutiger Sicht. Aber manches wurde bis heute auch nicht aufgegriffen, was als Hausaufgabe nötig wĂ€re und nicht am Andromeda liegt. Seine Auflösung ist grandios, denn jeder Parameter hat 16384 Schritte und er hat MIDI-Daten-AusdĂŒnnungsideen schon damals mitbekommen. Keine DAW kann das aufzeichnen und aufmalen, weil kein verdammter Hersteller einer DAW (nicht einer!) es fertig gebracht hat NRPN-Kaskaden von Controllern in so etwas wie einen Controller-Bewegungs-Malmodus zu bringen, so wie es das schon lange fĂŒr die klassischen 7-Bit-MIDI-Controller-Werte gibt und die wenigen höherauflösenden wie Pitchbend und Co. Es gibt MPE, sodass man das alles tun könnte, es traut sich aber niemand MIDI 2.0 oder MPE wirksam einzusetzen. Bei MPE gibt es immerhin schon ein paar Hersteller wie ASM oder Waldorf, aber sogar Prophet-6 und OB-6 verstehen MPE und damit eine Art Multimode. Beim Andromeda gibt es aber groĂe Vielfalt, wenn auch noch kein MPE existierte im Jahre 2000.
Das ist erst der Anfang. Jeder verdammte Pegel im Andromeda verĂ€ndert den Sound, die SĂ€ttigung und das klangliche Verhalten. Das ist gut! Es gibt nĂ€mlich Synthesizer, die analog arbeiten und wo sich LautstĂ€rkeĂ€nderungen der Oszillatoren, des Rauschens und Ă€hnliches gar nicht auf den Klang des Filters auswirken – auch nicht wie stark sie in das VCA gelassen werden. Nicht so beim Andromeda. Das ist Teil des Sounddesigns, denn wenn man ihn lieb und freundlich hören will, sollte man die Pegel der VCOs bei etwa einem Drittel belassen.Â

Alesis Andromeda A6 Frontsicht · Quelle: sequencer.de
Andromeda A6 Technik LFOs und Modulation
Wer nicht weiss, was der Andromeda kann? Er hat 2 VCOs mit mischbaren und gleichzeitig nutzbaren Waves. Es gibt fĂŒr PWM und FM Engine Optimizer fĂŒr die HĂŒllkurven, sodass sie sich sehr perkussiven oder auch sehr weichen langsamen VerlĂ€ufen anpassen lĂ€sst und mit dem Sound gespeichert werden. Arpeggiator und 16-Step Sequencer gehörten dazu wie ein Alesis âWedgeâ Effektprozessor, der sich ebenfalls modulieren lĂ€sst. Als zentrale Steuerung gibt es an den meisten Stellen bis zu drei ModulationseintrĂ€ge, die ĂŒber Taster zugĂ€nglich sind. Dazu erlauben sie einen Versatz einzustellen, je nachdem, ob der Modulationstaster aktiv ist oder nicht, sodass die VerĂ€nderung durch die Modulation musikalisch vorhersehbar ist.
Ein Ribbon kann absolut oder relativ arbeiten und es gibt drei recht langsame LFOs, die leider nur bis 25 Hz schaffen. Durch deren Symmetrie-Shaping und Offsets sind sie aber vielfach mehr Wert, da sie komplexe VerĂ€nderungen und Texturen damit schaffen können, wie ich mir das oft wĂŒnsche. Allein eine Pulsbreiteneinstellung ist heute noch nicht ĂŒberall Standard. Mit dem Offset kann man sie âverformenâ. Bei 3 LFOs kann man diese gegenseitig modulieren lassen, was rhythmische Verschiebungen gibt. Versprochen hatte man damals ĂŒbrigens 85 Hz, jedoch entglitten sie der internen Modulationsabteilung offenbar.
Planung des Andromeda
Das Entwicklerteam erzĂ€hlte mir, dass durch Halbieren der Stimmenzahl jeweils das doppelte herauszuholen sei an Tempo oder durch âdĂŒmmereâ LFOs, die nur Sinus erlauben, aber nicht mit ihrer Symmetriesteuerung und allem was es gibt aufwarten könnten. Aber das ist nie passiert. Damit haben wir also bereits etwas, wo einige moderne Synthesizer besser sind, aber einige nur unwesentlich besser. Den Vogel schieĂt heute der Moog One mit 4 LFOs bis 1000 Hertz und in anderen Bereichen ab.


Damit lĂ€sst sich Sample & Hold wirklich wie Regen anfĂŒhlen. Das schaffen also heute noch eine Menge Synthesizer nicht, denn irgendein nicht weit blickender Designer ignoriert die Kraft von hochschnellen und key-trackbaren LFOs, die eigentlich auch einfach Oszillatoren genannt werden sollten. Das âLâ wie âLowâ braucht man, weil man eben auch langsame Modulationen ĂŒber einige Minuten hinweg auch gut findet. Was aber nie versagt, sind die Menge der Modulationsverbindungen. Das ist faktisch nicht so begrenzt wie bei einer 16er-Matrix.
Analoge SpezialitÀten-Filter im Andromeda
Es ist unfassbar, wie viel man in die analoge Engine gesteckt hat.Â
Sie klingt freundlich sanft mit dem SEM-Filter mit 12dB/Oktave und offener gleichzeitig zuweisbarer Filterart mittels Potis. Etwas, was wir heute beim OB-6 finden. Dazu gibt es ein klassisches Moog-Kaskaden-Filter, was auch als âLadder-Filterâ bekannt ist. Sowas haben heute viele Synths an Bord. Hier geht es aber meist um das Detail, wieviel und was einem gefĂ€llt. Manche sind etwas steriler geraten und andere reagieren etwas anders. Aber der Andromeda kann eigentlich alles, was man von einem Moog erwartet, durchaus liefern. Damit das nicht zu fett klingt, sind die Stimmen durchaus etwas âdĂŒnnerâ, aber sie lassen sich beliebig vermehrfachen im Unisono-Modus.Â

A6 ENVs mit Kurven-Charakteristik-Einstellungen (Shape)
Die drei HĂŒllkurven sind weit mehr als ADSR-Typen mit 8 Potis und mehreren Tastern und sie lassen sich loopen zwischen wĂ€hlbaren Segmenten. Hier sind sehr schnelle Modulationen möglich. Sogar die Kurvenform ist einstellbar von linear ĂŒber exponentiell bis logarithmisch. Auch haben sie ihre eigenen Pegel und Anschlagdynamik-Einstellungen und sind wie die LFOs mit eigenem Pegel mit Vorteilen beim Routing gesegnet. VollstĂ€ndiger geht es nur noch bei Software-Angeboten, wĂ€hrend man sich bei Hardware bisher noch nicht ĂŒber 8-Segment-HĂŒllkurven weit hinaus getraut hatte.Â

Andromeda HĂŒllkurven
Details, FM, Tracking, Resonanz, Rauschgeneratoren
Die Details wĂŒrden einen Bericht wie diesen platzen lassen. Daher sei noch gesagt, dass es ein 16-Punkt Tracking System gibt und mehrfarbiges Rauschen mit Feedback-Kopplung, was fĂŒr die Modulation sehr wirksam ist, da ârotesâ Rauschen andere Ergebnisse bringt, wenn man sie mit Modulation oder als Audiosignal mischt. Rauschfarbtyp oder Oszillator 2 sind jeweils Modulationsquellen fĂŒr die FM, die linear, exponentiell auf Oszillatorfrequenz oder Pulsbreite gesetzt werden kann.
Kurzum, es ist eine Rausch-FM auf vielschichtige Weise möglich, die auf die Filter separat gelegt werden kann. Beispielsweise rotes Rauschen zu einem Anteil X ins Ladder Filter und Oszillator-Signal als Filter FM in das SEM-Filter und mit Resonanz fĂŒhren zu interessanten Ergebnissen. Allerdings reicht die Resonanz beim SEM nicht in die Selbstresonanz hinein, weshalb die OSC-FM auf dem âMoogâ-Filter besser aufgehoben ist. Hier sind es die Details, die ZĂ€hlen. Ein Sync mit farbigem Rauschen und tonalem Anteil ist unfassbar spannend, weshalb ich den Jupiter-6 immer dem 8er vorzug.

FM und Noise – Reichhaltig im Andromeda vorhanden
Es sind die Mischungen, die sich auch am schwersten auf andere Synthesizer ĂŒbertragen lassen. Dort sind es meist einfache FM mit exponentieller Ansteuerung und oft auch Filter-FM, seltener ist jedoch die Mischung des Rauschens in die Filtermodulation bzw. in die Oszillatoren-FM. Allein mit fein eingestellten Mischungen lassen sich schon mit einem Filter sehr besondere Sounds bauen, die auch tonal spielbar bleiben und damit interessant sind. Der Sample-Hold-Block erlaubt 100 Hz und ist damit die wichtigste Möglichkeit schnelle Modulation zu âsimulierenâ.Â

Filter 1 Mod FM
Mehr Andromeda Details und die Anderen
Andromeda hat viele Details parat, die hier gar nicht alle aufzÀhlbar sind. Aber sie sind bestenfalls mit dem Xpander und anderen aufwendigen Synthesizern wie dem Moog One zu vergleichen. Man hat sich sehr viele sehr musikalische Gedanken gemacht, dennoch aber nicht alles perfekt gelöst. Ein Attribut was vollkommen anders auch auf einen Moog One zusagbar wÀre.
Etwas aufgerĂ€umter aber auch auf den SCI Trigon 6 oder einen Exoten wie den Baloran âthe Poolâ, der jedoch nur wegen des Besonderen erwĂ€hnt werden soll, klanglich aber nicht viel mit dem A6 zu tun hat. Ăbrigens kann man zwar SEM und Oberheim Sounds machen, es ist aber nie wie der Ersatz eines Xpanders zu sehen, eher des OB-6. FĂŒr die Weichheit braucht man viel Extraliebe und niedrigste Pegel. Das bedeutet natĂŒrlich auch mehr VerstĂ€rkung am Ende, da 16 Stimmen wirklich viel Reserve bedeuten. Aber so etwas polyphon zu haben, ist hingegen wieder eine Menge Wert, wenn man quasi auch einen Moog indirekt mitschleppt, denn einen typischen Moog-Bass kann man auf jeden Fall gut hinbekommen.


Er scheint mir im Vergleich sogar authentischer zu sein als die Oberheim-Filter-1-Abteilung. Der OB-6 ist dahingehend weich und regelbar, aber mit viel weniger komplexem ModulationsgefĂŒge und viel weniger Stimmen. Dennoch kann er vielleicht in Teilen eine Alternative sein. Ein Ladder-Filter allein wie im Polybrute wĂŒrde ich jedoch nicht annĂ€hernd als Alternative zum A6 empfehlen, der klingt doch in zu vielen Aspekten anders und reagiert auch einfach weniger Moog-like.
Soundfragen
Bei der Entwicklung des A6 war auch der Roland SH-5 eine Alternative, die aber erst auf Platz 3 lag und damit hatte man sich fĂŒr diese Kombination entschieden. Wer auch immer es nicht weiss, der Andromeda kann sehr EBM-hart klingen, passt damit auch fĂŒr alles zwischen Techno und Electro bis Ambient. Er ist ein GerĂ€t mit dem sich viele erst lĂ€nger beschĂ€ftigen mĂŒssen, um ihn voll zu nutzen. Ich bin selbst in einer Phase, in der ich fast alle meine alten Sounds wieder löschen will und ganz neue machen möchte, die viel schöner und besser sind. Er wird und kann ein Lieblingsinstrument werden und das fĂŒr besondere Sounds aller Art.
FĂŒr wen ist Andromeda?
Er kann eigentlich alles und wird immer speziell klingen. Der A6 ist kein Sweet-Spot-Synth aber dennoch ist er dahin durchaus zu bringen – mit ausreichendem Know–How. Er ist etwas fĂŒr Leute, die Synthese gut kennen und weniger fĂŒr Einsteiger ideal. Und all das bringt mich dazu zu sagen – der mĂŒsste heute eigentlich sehr gefragt sein und verdammt selten und teuer. Der einzige Grund, wieso er es nicht ist, ist die schlechte Reparierbarkeit. Er wird lange durch seine Bauweise halten, man muss sicher irgendwann die Tasten wieder viel betĂ€tigen und reinigen oder vielleicht das Display wechseln.
Dennoch ist bei mir nichts erblindet, aber die Taster reagieren manchmal erst auf das 2-3te mal tippen. So ein organischer Sound bringt sonst nur noch EMS zustande und einige andere Ausnahmemaschinen. Selbst mit Modulen wird es schwer sein diese Stimmenmenge mit diesem Sound ausdrucksvoll spielen zu können, weshalb ich heute „froh“ bin diesen extremen Preis damals gezahlt zu haben. Er bleibt ein Ausnahmesynthesizer und deshalb gibt es eigentlich keinen Ersatz dafĂŒr. Man kann nur grob sagen – naja, die Genannten sind ein „okayer“ Ersatz, aber sie werden einfach manche Dinge nicht können, sondern sind nur âin der NĂ€heâ. Also schauen wir mal weiterâŠ


Andromeda A6 Details II
Zwei Oszillatoren mit SĂ€ge, Puls, Sinus und Dreieck gleichzeitig aktivierbar, haben jeweils einen Suboszillator. Somit ist der Andromeda sicher nicht ganz ein âMinimoogâ – aber die Mischung vor den Filtern erlaubt den Rauschgenerator mit FĂ€rbung und Feedback und Verteilung der vier Klangquellen jeweils mit groĂer Wirkung auf den Klang. Die Filter können durch das Poti-Routing und Schaltern parallel oder seriell gesetzt werden und mehrere Filtertypen ausgeben, wĂ€hrend das Moogfilter ein Tiefpass bleibt.

Andromeda Filter
Beide haben eine eigene und typische Resonanz. Sie ist beim Moog–Filter recht typisch und beim SEM vielleicht ein weniger hĂ€rter als das Original, weshalb es zwar weich klingen kann, aber nicht ganz so sahnig wie ein echtes Oberheim SEM Modul. Beide können per Filter FM auch vom Oszillator beliefert werden und, wie schon erwĂ€hnt, gibt es sowohl lineare als auch exponentielle FM zwischen den Oszillatoren und deren Pulsbreiten. Dennoch ist deren Ergebnis schwer tonal treu anzulegen. Das kann ein alter Oberheim Matrix 12 oder Xpander viel sauberer, wenn auch nur mit einfachster linearer FM ĂŒber eine ganze Tastatur hinweg, beim Andromeda ist das Tracking einfach nicht besonders exakt.Â
Es gibt auch harten und weichen Sync zwischen den Oszillatoren und wo wir dabei sind, ist die Pitch-HĂŒllkurve fĂŒr eine oder beide Tonhöhen der Oszillatoren oder freie Zwecke bipolar, wĂ€hrend sie fĂŒr die LautstĂ€rke nur positiv sein kann. Das Filter ist ebenfalls bipolar angelegt seitens der 8-Parameter-HĂŒllkurve mit Loop und vielfĂ€ltiger Kurveneinstellung.Â
Die Potis, das Display und die anderen
Das Display ist Luxus fĂŒr einen Synth in dieser Art, denn vieles ist direkt ablesbar. Dennoch sind einige Dinge dort wichtig wie die Modulationsquellen (die immer am Ziel angeliegt werden) und weitere Optionen und Parameter. So findet man bei den LFOs nur das Wichtigste, Symmetrie und alle Details sind jedoch nur nach Tippen auf das MenĂŒ des jeweiligen LFOs zu finden. Dasselbe gilt fĂŒr die anderen Baugruppen. Sowas gibt es bei Quantum, Mayer MD-900 bis hin zu Moog One. Wer Synthese kennt, weiĂ wo man es suchen muss. MenĂŒs in dem Sinne gibt es gar nicht mal so viele – aber man muss eben die Details im jeweiligen Bereich vermuten und dort einstellen. Dazu dienen die Potis am Display. Auch die Effekte nutzen diese 8 Knöpfe und regeln dort Routing und Vorzerrung in analoger Form.Â




Mono?
Es gibt kaum einen Synth, der so viele liebevolle Details besitzt, sowohl in der Menge und FĂŒlle, als auch in dem was man damit machen kann. Dennoch ist er erstaunlicherweise nicht perfekt. Er hat EinzelausgĂ€nge fĂŒr alle 16 Stimmen, StereoausgĂ€nge und -eingĂ€nge, die faktisch die Weitergabe an andere Stimmen ermöglicht. Auch eine Art Feedback fĂŒr das Filter kann man sich bauen und hinter dem Filter können jeweils die Oszillatoren als Sinusvarianten zum Andicken wie beim ollen CS-80 eingemischt werden. Ringmodulation kann ebenfalls hier wirken. Von dort geht es in die VCAs und einem Panning.
Der Synth bleibt so gesehen âmonoâ, denn in den VCOs oder sonst wo lassen sich keine Stereosignale erzeugen – wohl aber im Effektbereich. Dort gibt es ein paar Kombinationen und das Ăbliche und die QualitĂ€t ist âmittelgutâ. FĂŒr die BĂŒhne ist das okay. Er ist sogar live nutzbar, da er eine gute Tuning Engine hat. Es soll einige GerĂ€te geben, die nicht ganz so sicher sind. Etwas Drift haben die Stimmen jedenfalls auch ohne Random schon, weshalb die coolsten Brutalsten Sounds Unisono-4-Stimmler Sounds sind – die klingen brachial, wie ein Jupiter-4, aber viel komplexer.
Wer will einen Andromeda?
Das ist sicher kein Top-40-Synth, sondern etwas fĂŒr Nerds, Spezialisten, Studiocracks und alle, die so etwas wie eine Geheimmaschine suchen – fĂŒr ungehobeltere KlĂ€nge, die wunderschön sein können, aber auch wild. Das liegt ihm. Beides! Er kann auch âdigitalâ anmutende KlĂ€nge erzeugen, wenn man komplexe Modulationen erstellt. Aber so etwas mit Dynamik und Drift zu spielen ist und bleibt das, weshalb man sich eben einen analogen organischen Synthesizer kauft. Wenn man das irgendwo spĂŒrt, dann mit dem Andromeda. Er kann schon auch prĂ€zise sein, aber seine StĂ€rke ist das dennoch nicht.
Da ist man mit heutigen SCI/Dave Smith Synthesizern viel besser unterwegs. 20 Minuten AufwĂ€rmzeit sollte man ihm geben und dann tunen wenn man die RĂ€ume wechselt. Das klappt auch ĂŒber Jahrzehnte zuverlĂ€ssig als wĂ€re es das erste Mal. Dem entnehme ich, dass man ihn durchaus lange nutzten kann. Er ist nun schon gut 22 Jahre im Einsatz und wirkt eher wie ein Neuer als ein âVintageâ Instrument. Und man kann noch immer viel forschen und finden. Er deckt zudem auch sehr viele Soundtypen der analogen Welt wirklich ab. Eigentlich brauche ich keinen SE02 wenn ich den habe.Â
Welche Synthesizer kann man nun stattdessen nehmen?
Als Minimoog-Ersatz gibt es ja genug (SE-02 und Co.) Angebote, aber polyphon wird wohl niemand viele solcher GerĂ€te kaskadieren.Â
Kein Synth kann wirklich alles. FĂŒr mich war er mein privater Memorymoog. So etwas könnte man heute im SCI Trigon 6 sehen. Der hat sicher ânurâ sechs Stimmen, aber liefert 3 VCOs mit einem LFO, der immerhin Audio schafft und FM zwischen den VCOs. Ein Moog One kommt dem Konzept des Andromeda jedoch nĂ€her, da dort zwei Filter arbeiten, man sie ebenfalls gut routen kann und weil es dort drei Oszillatoren und 4 LFOs gibt, die dem Andromeda schon gewachsen sind. Klanglich fand ich den Moog nicht ganz so lebendig wie die sehr sensiblen Pegel-Einstellungen. Wenn etwas wirklich lebt, dann sicher der A6.
Die internen Tuning-Routinen können manuell aufgerufen werden – sowas kann der Moog One nicht. Die HĂŒllkurven jedoch kann kein aktueller Analog-Synths abfangen, sie sind meist nur ADSR-Typen und man reduziert heute gern wieder. Auch bei den LFOs sind viele Hersteller auf sehr sparsame Konzepte zurĂŒckgegangen, die oft nicht sehr glĂŒcklich machen – ein LFO ist eigentlich immer zu wenig.Â
Andromeda, Digital-Alternativen und Gewicht?
Der Blick auf hybride oder digitale Konzepte sind zu verschieden von dem, was Andromeda tut. Deshalb hat er durchaus seine Berechtigung. Er ist selten geworden und wird bei einem echten Hardware-Schaden aber auch nicht mehr viel helfen, denn die Chips sind Sonderanfertigungen. Die wird niemand ersetzen können. Man muss also hoffen, dass es nur Potis oder ĂuĂerlichkeiten sind, wenn etwas âpassiertâ. Allerdings ist mir seit 2001 – auch noch nichts passiert. Er lĂ€uft und wird nicht mehr live eingesetzt. So verrĂŒckt war ich, weil ich den Sound sehr mochte. Er wiegt aber auch mit dem leichtesten Case der Welt seine 21 Kilo.
Wer bestimmte Aspekte des Andromeda, den Alesis nur sehr unperfekt mit dem âIonâ versucht hat digital zu machen, ins JETZT tragen will, muss Kompromisse machen und bestimmte Aspekte betonen. Damals gab es noch eine Menge Artefakte, also „Schwurbelâą“ innerhalb der Sound Engine, was man in heutigen Engines im Griff zu haben scheint, da die Rechenkraft heute wesentlich höher ist, als zu Ions Zeiten. Die Genannten sind aber die, die dem âSpiritâ noch am meisten folgen.
Der Moog ist dabei sicher etwas braver, aber mit den LFOs technisch besser dran. Beim Moog muss man sich fĂŒr einen der Filtermodi entscheiden und dennoch ist er noch am meisten âauch ein bisschen Memorymoogâ. Er hat 3 statt nur 2 Oszillatoren, aber kann nicht so vielseitige HĂŒllkurven liefern. DafĂŒr sind die ADS-Minimoog-HĂŒllkurven extrem charakeristisch. Das ist also auch ein bisschen anders als im Andromeda. Trotzdem ist seine Art wohl doch noch am nĂ€chsten einzuschĂ€tzen. Der Preis ist allerdings auch das Einzige, was an den damaligen A6 Neupreis von 4444⏠denken lĂ€sst. Zum Ende wurden aber auch GerĂ€te fĂŒr 2333 Euro rausgeballert und jemand hat die Reste aufgekauft. Deshalb hat er heute einen sehr geteilten Ruf. Danach zerschellten Alesis, Akai und Numark sowie M-Audio in 1000 Teile und wurden als inMusic und einigen anderen temporĂ€ren Gruppen neu verteilt. Danach gab es von allen Firmen fast Ă€hnliche GerĂ€te, somit hat der Andromeda auch viel Nebel erzeugt.Â
Mehr ĂŒber alles
Es gibt 250 rote Versionen und der Rest sind blaue Andromedas die technisch gleich sind. Interessant ist, dass man nie alles komplett ohne Bugs geschafft hat, die auch viel mit dem Multimode zu tun haben. Wer den Grundsound und dieses schwitzende – arbeitende mag, der wird das mit dem Moog nicht bekommen und beim Trigon wĂŒrde ich mich auch wundern, wenn der das komplett so erfĂŒllen könnte. Er wĂ€re aber zumindest die zweite Option, also wenn Stimmenmenge nicht ganz das Thema ist und LFOs auch nicht, denn er spart damit ja ziemlich. Seine FM dĂŒrfte etwas reiner sein.Â
Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit, sondern soll nur zeigen, wo der Andromeda heute steht und welche anderen Synthesizer man als Freund solcher Instrumente anschauen könnte, die dann mit genug BeschĂ€ftigung etwas Ă€hnlich Dauerhaftes bilden. Daher habe ich mich fĂŒr eine anekdotische Version entschieden. Ich kenne Leute, die nur damit Musik produzieren. Dazu ist er auf jeden Fall geeignet, schon weil er auch Multimode anbietet, kann er unterschiedliche KlĂ€nge gleichzeitig hervorbringen und fĂŒr externe Signale zur Filterung dienen. Ich bin einfach dankbar, dass ich ihn nutzen kann.
Fazit Andromeda Vintage?
Ich habe das Thema jetzt fast nur grob umrissen. FĂŒr Details wĂ€re ein zweiter komplexer Bericht fĂŒr nahezu alle Baugruppen nötig. WĂ€re ich heute am Klang des Andromeda interessiert, wĂŒrde ich es sehr schwer finden dafĂŒr einen Ersatz zu finden, fĂŒr die Idee hingegen sind die genannten dann doch noch am nĂ€chsten dran.
MIDI versteht er als AusdĂŒnnungsmodus, mit 7-Bit MIDI fĂŒr dumme und langsame Sequencer kann er mit einer Hand voll Standardumsetzern sogar dienen. Es gibt so viele sehr unterschiedliche Details, die es zu beachten gibt oder noch zu beleuchten, deshalb soll dieser einfache Schlusspart sagen – du kannst auch heute einen tollen Synthesizer haben, aber 16 Stimmen mit dieser Klangform gibt es nur ein Teilen woanders auch. Manche können auch noch rotziger klingen – aber der Andromeda hat eine sehr charmante Art,Â
so zu klingen wie als wĂŒrde er sich extrem anstrengen und will damit aber jede Musik meistern. Analog!
Andromeda Video
Hier ein Video, was wir (als dAdA-iNN) viel mit Andromeda-Einsatz gemacht haben.
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Ein paar Sounds und kleiner Rundgang
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4 Antworten zu “Ist Alesis Andromeda A6 Synthesizer vintage? Gibt es heute Ersatz?”
Interessanter Beitrag. Ich komme mal ganz grobschlĂ€chtig mit meinem Deepmind 12, der packt grad mal 12 Stimmen und die stimmen mich sehr glĂŒcklich. Denn er tut sein Werk sehr gut. DemnĂ€chst kommt noch der Pro800 dazu und dann ist erstmal Ende im GelĂ€nde. Das ist schon ein Ding. FĂŒr zusammen 1000 Euro 2x analoge Hammer Teile. Ich mag lieber einfachere Kisten, sie sind leichter beherrschbar und machen mich kreativer. Denn ich bin kein echter Soundschrauber sondern Musiker der dudelt und dabei den Zugriff auf das Wichtigste braucht. Ein Andromeda ist mir schlichtweg zu teuer und inzwischen auch bissl alt. Wer soll bitte sowas reparieren wenn er schlapp macht? Da sind mir kleine Synthesizer lieber, wenn einer stirbt, dann kaufe ich ihn einfach nochmal oder was Ă€hnliches und mein Herz blutet nicht zu sehr…… Musik soll ja auch SpaĂ machen.
zusammengefasst #dĂŒnn klingenden synth mit treppenartiger modulation# fĂŒr Freunde der ewigen sweetspotsuche. Wurde am Schluss von numark fĂŒr 2500 rausgehen.
Nur Axel Hartmann wĂŒrde sich ĂŒber eine geliftete Wiederauflage freuen. Der Markt hat sich verĂ€ndert ⊠Aber vielleicht lĂ€sst Uli das Ding irgendwann âin billigâ vom Stapel. Vorher wĂ€ren aber jede Menge andere SchĂ€tzchen dran. đ„±
Sowohl vom Design als auch von den Möglichkeiten her der genialste Analogsynth, der je gebaut wurde. Ich könnte mir die heute die Haare raufen, dass ich, als Musicstore die letzten Lagerexemplare fĂŒr 2200,- verramschte, völlig blank war….    :-(