von claudius | GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minuten
Ernie Ball Evans Drum Fell Gesichtsschutzmaske Corona Virus Epidemie

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise  Â·  Quelle: Ernie Ball / Instagram

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Stell dir vor, Menschen sterben weltweit und alles, was die Fabriken machen, sind mehr Musikinstrumente. Das wÀre eine ziemlich beschissene Welt. Gut, dass einige Hersteller anders denken und zumindest teilweise in der aktuell schwierigen Zeit umschwenken und Masken produzieren.

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Corona

Es wird und wird nicht besser. Der Corona-Virus hĂ€lt die Welt in der Schraubzwinge, Veranstaltungen sind ausnahmslos abgesagt und wir versuchen alle, das Beste daraus zu machen. KĂŒnstler_innen sollen staatliche UnterstĂŒtzung bekommen. Ob es im Nachhinein geholfen hat, werden wir noch sehen.

Als Privatmensch sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Firmen haben ganz andere Grenzen und können großflĂ€chiger helfen, so auch die vier Firmen, die den Anfang machen und zumindest Teile ihrer Produktion auf die aktuellen Gegebenheiten der Pandemie umstellen.

Gut so, denn: Wem nĂŒtzen all die schönen Instrumente, wenn wir tot sind oder um die Liebsten trauern mĂŒssen, weil es am Nötigsten gefehlt hat?

Ernie Ball, D’Addario, Apple, Leaf Audio

Den Anfang hatte Apple mit der Meldung gemacht, dass 20 Millionen Atemschutzmasken gespendet werden konnten, Masken fortan in Massen selbst fĂŒr die USA produziert werden und ein Zubehörhersteller aus Berlin die Produktion auf Gesichtsmasken umgestellt hat.

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Großartig, wenn Global Player wie Apple mit einsteigen. Und auch wenn Kritiker sofort das als Greenwashing bezeichnen: Es ist dringend nötig! Und der Preis der Apple-Masken … naja.

Aber auch Hersteller aus dem Musikinstrumentenbereich haben angefangen, ihre FabrikkapazitĂ€ten fĂŒr die Maskenproduktion zu nutzen. Laut einem Bericht bei Guitarworld produziert Ernie Ball in Kalifornien 400 Masken tĂ€glich mit oberster PrioritĂ€t mit 60 Mitarbeitenden.

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise · Quelle: Gator Shop

Aber auch Gator bietet waschbare Masken zwischen 9 und 19 USD an. Bisschen viel, dafĂŒr aber mit musikrelevanten Aufdrucken und immerhin wiederverwendbar.

Auch D’Addario hat laut einem Post bei Instagram einen Weg gefunden, aus Evans Fellen fĂŒr Drums Gesichtsmasken fĂŒr New York City herzustellen. Und zwar bis zu 100000 pro Woche. Wahnsinn, was möglich ist!

Auch Manuel Richter von Leaf Audio aus Leipzig hat einen Aufruf gestartet und sucht NĂ€her_innen und plant seinen 3D-Drucker fĂŒr Teile von klinisch nutzbaren Masken zu nutzen. Im Shop gibt es einen Rabatt, von dem dann die Differenz in Materialen investiert wird.

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Jetzt wir!

Wieso lese ich sowas nicht von deutschen Firmen, sondern nur von Privatpersonen auf Facebook und Twitter, dass sie aus Tischdecken und alten KleidungsstĂŒcken wegen Corona Masken nĂ€hen und spenden. Bis zu 100 pro Woche pro Person. Und Firmen bauen weiter Autos, Computer und eben auch Instrumente, statt essentieller Dinge. Kudos an alle Helfenden, die uneigennĂŒtzig Betroffenen helfen.

Unter der Voraussetzung, dass jede Maske potenziell Leben schĂŒtzen kann, sollte doch jede einzelne produzierende Firma ein Interesse an der Produktion von Atemschutz- und Gesichtsmasken haben. Oder? Allein schon aus wirtschaftlicher Sicht, schließlich liegen alle immer noch dem Wachstumsgedanken des letzten Jahrhunderts auf. Was verkauft sich in einer Krise besser als möglicher Schutz fĂŒr sich und andere? Gut, Klopapier. Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an KĂŒnstlerinnen oder Publikum fehlt? (Mir ist klar, dass zum GlĂŒck nicht so viele sterben werden, dass es Grund zur Panik gĂ€be, dennoch sollten Firmen mindestens mal drĂŒber nachdenken.)

Kennt ihr noch Firmen aus dem Musikbereich, die aktuell aushelfen und die Produktion umgestellt haben? Lasst es uns wissen! Wir nehmen diese hier dann gerne auf.

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8 Antworten zu “So hilft die Musikindustrie in der Coronakrise”

    wowowow… schalt mal nen Gang runter. Hier geht es nicht um medizinische Schutzmasken, sondern um „Mund-Nasen-Bedeckungen“, zu denen das RKI ausdrĂŒcklich darauf hinweist: „Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt.“ (sieh auch https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html#FAQId13545204).

    Es sind inzwischen in Deutschland tausende von freiwilligen Helfern als NĂ€her am Werk, die ihre Masken Einrichtungen, wie Altersheimen etc. kostenlos zur VerfĂŒgung stellen. Wir sehen eine riesige Welle von Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, um soviele Menschen wie möglich zu unterstĂŒtzen. Nicht jeder kleine Handwerksbetrieb, der Synthesizer herstellt kann auch automatisch Behelfsmasken order gar medizinischen Schutz produzieren, dazu sind neben einer medizinischen Qualifikation auch besondere Maschinen nötig.

    Es ist ja nett, wenn sich Menschen um andere Sorgen, aber man sollte dabei auch die Frage erlauben, ob die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen wie Apple und andere nicht nur ein fettes GeschĂ€ft mit Aktionismus riechen, vor allem wenn man bedenkt, dass diese modischen Behelfsmasken zu horrenden Preisen verkauft werden, die normalerweise im Centpreis gehandelt werden. Dan kann man leicht auf das Marketing reinfallen.

    Und bitte bedenke auch die Wortwahl, denn es sind eben gerade keine Schutzmasken, wie auch richtigerweise in den genannten Shops beschrieben. Also runter vom Gas, mehr informieren und etwas entspannen, dann wird das auch wieder mit der Klarsicht. :)

      claudius sagt:
      0

      Traurig, dass das Privatmenschen machen „mĂŒssen“, oder? Den Rest habe ich etwas entschĂ€rft, mit ist bewusst, dass es nicht der Tod der Zivilisation ist, dennoch sollte man es nicht unterschĂ€tzen oder kleiner reden, als es ist. Bei Apple hatte ich ja bereits auf das Greenwashing hingewiesen.
      Danke fĂŒr deinen Input! :)

    moogulator sagt:
    0

    Leaf Audio machen gerade Schutzmasken – Suchen auch noch NĂ€her*innen im Raum LE.

    Anyone sagt:
    0

    Zitat:
    „Was verkauft sich in einer Krise besser als möglicher Schutz fĂŒr sich und andere? Gut, Klopapier. Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an KĂŒnstlerinnen oder Publikum fehlt?“

    Mit wieviel Millionen oder Milliarden Tote rechnet denn der Autor, wenn er zu solchen Fazits kommt.
    Der Artikel ist absolut ĂŒbertrieben und heizt die unnötige Panikmache nur noch weiter an.

      claudius sagt:
      0

      Danke fĂŒr deinen Input. Ich habe noch etwas ergĂ€nzt, damit es etwas Wind rausnimmt. Geschrieben fehlt manchmal doch die Mimik oder die Stimme, die man vielleicht beim Schreiben im Kopf hat, aber beim Lesen nicht immer so ankommt. :)

    Karl-Heinz sagt:
    0

    Ich finde auch, dass claudius hier deutlich ĂŒbertreibt:
    „Gut so, denn: Wem nĂŒtzen all die schönen Instrumente, wenn wir tot sind oder um die Liebsten trauern mĂŒssen, weil es am Nötigsten gefehlt hat?“
    […]
    „Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an KĂŒnstlerinnen oder Publikum fehlt?“

    Die Menschen sterben NICHT wie die Fliegen. Mindestens 90-95% der Menschheit wird Corona ĂŒberleben, die meisten davon sogar ohne ernsthafte bleibenden SchĂ€den.
    Also bleiben noch genug Menschen ĂŒbrig, die Musiksachen kaufen und weiter Musik machen können. :-)

    Klar, wir sollten alle dabei mithelfen, dass möglichst wenig Menschen durch Corona infiziert werden. Und dass besonders die schwachen, alten und vorerkrankten Menschen geschĂŒtzt werden. Aber wir sollten auch alle realistisch bleiben, einen kĂŒhlen Kopf bewahren und NICHT in Panik verfallen.

    Viele Firmen haben nicht die Produktionsmittel, um SchutzausrĂŒstung herzustellen. Meine Firma auch nicht. Und wir haben uns wirklich viele Gedanken darum gemacht.

    Ich denke schon, dass alle Firmen, die das technisch und organisatorisch können, irgendwas zum Schutz vor Corona herstellen. Und sei es wenigstens, auf einem 3D-Drucker in der Entwicklungsabteilung Teile fĂŒr Visiere herzustellen, so wie man das schon seit Tagen in den Medien sieht. Oder ihre LagerbestĂ€nde von FFP2-/FFP3-Atemschutzmasken an Pflegeeinrichtungen oder schutzbedĂŒrftige Menschen zu spenden.

    „Und Firmen bauen weiter Autos, […]“
    Welche Firmen denn? Nenne uns bitte konkrete Beispiele!
    Nach meinen Informationen bauen die deutschen Autohersteller derzeit keine Autos.
    Beim weltgrĂ¶ĂŸten Autohersteller VW steht schon seit 2 Wochen die Produktion. Und VW hat seine VorrĂ€te an SchutzausrĂŒstung (Masken, AnzĂŒge, …) gespendet.

      claudius sagt:
      0

      Das stimmt natĂŒrlich und ist mir auch bewusst. Ich habe es mal etwas entschĂ€rft, da es nicht nur bei dir so ĂŒbertrieben ankam. Danke fĂŒr deinen Input.

      Anyone sagt:
      0

      90-95% der Menscheit wird also mindestens ĂŒberleben. Das wĂŒrde bedeuten, dass du mit bis zu 400 Mio- 775 Millionen Toten rechnest, im schlimmsten Fall?
      Selbst das völlig unwahrscheinliche WorstCaseSzenario der Bundesregierung geht maximal von 1% Toten aus.
      Schön weiter Panik verbreiten…
      #KopfschĂŒttel

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