Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro: Kann KI wirklich singen? Angecheckt!
So funktioniert KI-Vocalproduktion 2025
Dreamtonics geht mit Synthesizer V Studio 2 Pro in eine neue Runde und präsentiert eine überarbeitete Version seiner KI-gestützten Gesangs-Engine. Die Software verspricht noch mehr Natürlichkeit, bessere Kontrolle sowie einen direkteren Workflow beim Erstellen und Bearbeiten von Gesangsspuren. In einer Zeit, in der künstlich generierter Gesang zunehmend an Relevanz gewinnt, stellt sich die Frage, ob diese Weiterentwicklung tatsächlich das Zeug hat, echte Sängerinnen und Sänger in der Musikproduktion zu ersetzen – oder ob sie lediglich ein kreatives Werkzeug unter vielen bleibt. In diesem Angecheckt geht es genau darum: Wie klingt der neue Synthesizer V Studio 2 Pro? Wie intuitiv lässt er sich bedienen? Und was unterscheidet ihn wirklich von anderen Lösungen auf dem Markt? Hier kommt mein Angecheckt!
Alles zu Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro
Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro – Das Wichtigste in Kürze
- Erweiterte KI-Gesangssoftware mit Fokus auf realistische, modulierbare Stimmen
- Kombiniert Echtzeit-Gesangsausgabe mit hochauflösendem Offline-Rendering für bessere Qualität
- Durch neuronale Netze basieren die Stimmen auf echten Aufnahmen und klingen dadurch lebendiger
- Intuitive Noteneingabe mit präziser Kontrolle über Timing, Artikulation und Ausdruck
- Verschiedene mischbare Stimm-Engines, komplexe Chor- oder Duett-Strukturen möglich
- Mögliche Sprachen: Englisch, Spanisch, Japanisch, Mandarin, Kantonesisch und Koreanisch
- Optionale Premium-Voices liefern besonders authentische Ergebnisse
- VST3, AU, AAX und ARA sowie Standalone-Betrieb
- Besonders geeignet für elektronische Musik, Trailer, Sounddesign oder experimentelle Klanggestaltung
- Version 2 bringt mehr Ausdruckstiefe, Modulationsmöglichkeiten und eine optimierte Bedienung
Installation und erster Eindruck
Der Einstieg mit Synthesizer V Studio 2 Pro verläuft weitgehend problemlos. Nach dem Download der rund 600 MB großen Software und optionaler Voice-Datenbanken wird klar, dass hier keine bloße Spielerei installiert wurde. Die Benutzeroberfläche präsentiert sich angenehm modern, aufgeräumt und ist – trotz der komplexen Engine im Hintergrund – erstaunlich übersichtlich gestaltet.

Besonders auffällig ist, wie direkt sich hier mit den Gesangslinien arbeiten lässt. Die gewohnte Piano-Roll wurde durch ein eigenes, auf Gesang zugeschnittenes System ersetzt, das an eine Mischung aus klassischer Notation, Clip-basiertem Arranger und MIDI-Editor erinnert. Jede Note kann in Timing, Tonhöhe und Ausdruck direkt verändert werden, was dem Nutzer ein feines Maß an Kontrolle gibt.
KI-Gesang zwischen Mensch und Maschine
Das Herzstück von Synthesizer V Studio 2 Pro ist natürlich die Gesangssynthese. Hier kommen zwei unterschiedliche Technologien zum Einsatz: Echtzeit-Gesang mit relativ geringer Systemlast sowie eine leistungsfähigere Rendering-Engine mit höherer Qualität. Letztere benötigt zwar etwas mehr Rechenzeit, liefert dafür aber bemerkenswert detaillierte Ergebnisse. Die Stimmen wirken lebendig, atmen teilweise sogar hörbar und vermitteln mitunter eine emotionale Tiefe, die andere Engines dieser Art oft vermissen lassen.
Dreamtonics setzt hier auf neuronale Netze, die auf realen Stimmen basieren. Die Ergebnisse klingen dadurch weniger synthetisch und können – bei richtiger Einstellung – durchaus mit echten Vocal-Performances konkurrieren. Dennoch bleibt auch bei der besten Emulation eine gewisse Künstlichkeit hörbar, insbesondere bei anspruchsvoller Phrasierung oder komplexen Vibratos. Diesen Eindruck könnt ihr natürlich nachträglich mit Effekten wirklich gut kaschieren.
Neuerungen in Version 2
Gegenüber dem Vorgänger bringt Synthesizer V Studio 2 Pro einige entscheidende Neuerungen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, verschiedene Stimm-Engines in einem Projekt zu kombinieren – also zu mischen. Das bedeutet, dass mehrere Sängerinnen oder Sänger mit individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und Klangfarben gleichzeitig arrangiert werden können – ein klarer Vorteil gegenüber anderen Systemen, die oft nur eine einzige Instanz erlauben.
Hinzu kommt eine verfeinerte Kontrolle über Modulationen, Atmer, Lautstärkenverläufe und Formanten. Besonders Letzteres bietet kreativen Spielraum für Sounddesigner und experimentierfreudige Produzenten – oder für die, die alle Nuancen aus den neuen Vocals herauskitzeln wollen. Das System erlaubt eine weitreichende Gestaltung des stimmlichen Ausdrucks – von subtilen Facetten bis hin zu fast schon überzeichneten Charakteren.
Workflow und Integration
Die Einbindung von Synthesizer V Studio 2 Pro in bestehende Produktionsumgebungen gelingt dank VST3-, AAX- und AU-Unterstützung ohne größere Umwege in jede DAW. Darüber hinaus profitieren manche DAWs von der direkten ARA-Einbindung. Auch eine Standalone-Version ist enthalten, die besonders für schnelles Skizzieren von Gesangsideen geeignet ist. Der Export funktioniert problemlos in allen gängigen Audioformaten.
MIDI-Import ist ebenso möglich wie der Import von Texten oder sogar Übersetzungen. Dabei lässt sich jedes Segment exakt anpassen, vom Silben-Layout bis zur Betonung. Wer bereits mit herkömmlichen MIDI-Editoren gearbeitet hat, wird sich schnell zurechtfinden. Allerdings ist die Lernkurve für komplexe Anpassungen nicht zu unterschätzen. Trotz der intuitiven Oberfläche benötigt es einige Erfahrung, um die Möglichkeiten des Systems voll auszureizen. Und mit Gesang und der menschlichen Stimme solltet ihr euch natürlich ebenso gut auskennen, um perfekte Ergebnisse zu erzielen.
Klangqualität und Stimmenauswahl
Die Qualität der verfügbaren Stimmen schwankt je nach verwendeter Voice-Bank. Einige der Premium-Stimmen wie Solaria oder Natalie wirken besonders ausgefeilt und liefern beeindruckende Ergebnisse – auch im direkten Vergleich mit realen Aufnahmen. Die Unterschiede zwischen Standard- und Premium-Voices sind deutlich hörbar, vor allem bei Artikulation und Ausdruck.
Ihr müsst euch daher entscheiden, ob ihr mit den mitgelieferten Varianten auskommt oder bereit seid, für hochwertigere Ergebnisse zusätzlich zu investieren. Auch die Sprache spielt eine Rolle: Während Englisch, Spanisch, Japanisch, Mandarin, Kantonesisch und Koreanisch exzellent umgesetzt wurden, zeigen andere Sprachen wie Deutsch oder Spanisch noch Schwächen bei der Intonation und sind eigentlich fast nicht zu gebrauchen. Vielleicht wird das in einem Update nachgeliefert – schön wäre es!
Sehr interessant ist die Funktion „Cross-Lingual Synthesis“. Denn diese durchbricht die Sprachbarriere und ermöglicht es, jede Stimme in den sechs möglichen Sprachen zu singen. Und das in einer recht guten Qualität. Darüber hinaus lässt sich die Stimme sogar so einstellen, dass man Rap Vocals erzeugen kann.
Kreatives Potenzial und Grenzen
Synthesizer V Studio 2 Pro eröffnet vor allem für Producer, die regelmäßig mit Vocals arbeiten, völlig neue Möglichkeiten. Hooks, Chöre, Backings oder komplette Vocal-Lines lassen sich schnell erstellen, bearbeiten und in verschiedenen Varianten ausprobieren. Besonders spannend wird es im Bereich elektronischer Musik, wo ungewöhnliche Vocal-Texturen oder hybride Sounddesigns zuzüglich extravaganter Effektketten gefragt sind.
Aber auch für Trailer, Game-Audio oder experimentelle Musikproduktionen kann die Software interessante Ergebnisse liefern. Dennoch bleibt Synthesizer V Studio 2 Pro ein reines Tool – und kein Ersatz für echte Sängerinnen oder Sänger mit Seele, Charakter und Bühnenerfahrung. Emotionen und Ausdruck könnt ihr leider (noch) nicht in die Automationssektion einzeichnen, noch durch KI ergänzen lassen.
Zusammenarbeit mit Dreamtonics Vocoflex
Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann die Stimme durch das Dreamtonics Plugin Vocoflex nochmals mehr verbiegen, morphen, verändern, Stimmcharakter hinzufügen, und mehr. Dieses Effekt-Plugin bietet einen innovativen Ansatz zur Klangbearbeitung von synthetischen Stimmen auf Basis von Synthesizer V. Somit ist es einer guter Partner für Synthesizer V Studio 2 Pro.
Der Effekt-Editor ermöglicht es, Gesangsphrasen nachträglich mit Effekten zu versehen, darunter klassische Parameter wie EQ, Formantverschiebung und Stereomodulation, aber auch Spektralfilter und kreative Vocal-Warping-Techniken. Dabei bleibt die vokale Klarheit erhalten, was sich vor allem beim präzisen Einsatz im Mix bezahlt macht. Die Integration in bestehende Workflows ist ohne großen Aufwand möglich, da Vocoflex innerhalb von Synthesizer V Studio arbeitet und somit kein zusätzliches Routing oder komplexe Effektketten notwendig sind.
Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, den stimmlichen Ausdruck beliebig zu verändern und den Charakter einzelner Phrasen gezielt zu formen. Und das durch ein grafisches Morphing zwischen verschiedenen Stimmen. Dies eröffnet nicht nur für moderne Pop-Produktionen neue Perspektiven, sondern ermöglicht auch experimentelleren Genres ein erweitertes Ausdrucksspektrum mit synthetischen Vocals. Durch die interne Effektverarbeitung bleibt das System schlank und effizient, was gerade bei komplexen Arrangements ein wichtiger Vorteil ist.
Sehr cool ist die Möglichkeit, dass ihr das Morphing wie auf einem X/Y-Pad einzeichnen und als Automation aufnehmen könnt. Das bedeutet, dass ihr zum Beispiel von einer Frauenstimme in eine Männerstimme morphen könnt – und das ohne hörbare Zwischenschritte. Hier gibt es keine Grenzen!
Fazit
Dreamtonics hat mit Synthesizer V Studio 2 Pro eine beachtlich ausgereifte Version seines KI-Synthesizers veröffentlicht. Die Software klingt in vielen Momenten erstaunlich menschlich, erlaubt eine präzise Kontrolle und bietet einen Workflow, der für viele Produzenten attraktiv sein dürfte.
Trotz der immensen Möglichkeiten bleibt jedoch die Frage bestehen, wie weit maschineller Gesang tatsächlich gehen kann – und wo künstlerische Grenzen gesetzt bleiben. Der Einsatz von Synthesizer V Studio 2 Pro kann kreativen Prozessen enorm helfen, aber ersetzt keine Persönlichkeit am Mikrofon. Für moderne Musikproduktionen, die offen für Neues sind, ist diese virtuelle Gesangs-Software dennoch ein mehr als spannendes Werkzeug. Und eine kostengünstige Alternative zu einem echten Sänger natürlich ebenso.
Preise und Spezifikationen zu Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro
Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro erhaltet ihr auf der Website des Herstellers zum Preis von 99,00 US-Dollar. Weitere Stimmen kosten 79,00 US-Dollar. Zudem werden unterschiedliche Paketpreise angeboten. Eine 14-tägig uneingeschränkte Demoversion sowie die Möglichkeit alle optionalen Stimmen vorab zu testen wird ebenso angeboten.
Die Software läuft standalone sowie als Plugin in den Formaten VST3, AAX und AU unter macOS (inklusive Apple Silicon Support) und Windows – ARA wird ebenso unterstützt. Autorisiert wird über ein Lizenz-Key, den ihr nach dem Kauf per E-Mail zugeschickt bekommt. Ein ausführliches Online-Benutzerhandbuch und Tutorial-Videos findet ihr auf der Website des Herstellers.
Pro und Kontra Dreamtonics Synthesizer V Studio 2 Pro
Pro
- Hohe Klangqualität bei den Premium-Stimmen mit erstaunlich lebendigem Ausdruck
- Sehr präzise Kontrolle über Tonhöhe, Timing, Formanten, Atmung und Modulation
- Kombinierbare Stimm-Engines für komplexe Arrangements in einem Projekt
- Nahtlose DAW-Integration sowie nutzbare Standalone-Version
- Intuitive Benutzeroberfläche trotz tiefer Eingriffsmöglichkeiten
- Umfangreiche Text-to-Speech-Funktion mit flexiblem Sprachimport
- Geeignet für kreative Vocal-Experimente, elektronische Musik und Sounddesign
Kontra
- Künstliche Klanganteile bleiben bei komplexer Phrasierung hörbar
- Premium-Voices sind kostenpflichtig und für professionelle Qualität fast notwendig
- Lernkurve bei detaillierter Bearbeitung trotz intuitiver Grundstruktur
- Einschränkungen bei der Sprachqualität außerhalb von Englisch, Spanisch, Japanisch, Mandarin, Kantonesisch und Koreanisch
- Keine echte Live-Performance-Ersatzmöglichkeit für menschliche Vocals